Die Groundspeak Blase – Verwaltung

Verwaltung: Personal; Finanzen; Recht;

Groundspeak hat als Arbeitgeber schon einige Preise gewonnen. In wie weit die das Papier wert sind, auf das die Urkunde gedruckt wird, keine Ahnung. Auf jeden Fall handelt es sich zumeist um Preise, die irgendeinen Regionalbezug haben, von einem Magazin oder einer Zeitung vergeben werden, die in Seattle ansässig ist.

Der aktuelle Dauerbrenner ist der „Best places to work“ Preis vom Outside Magazin. Das macht auf mich den Eindruck, dass man immer in seinen „Nischen“, also durch Regionalität in Seattle oder durch das Thema „Outdoor“ punktet.
Bekanntlich sind amerikanische Arbeitsverhältnisse, was die Absicherung des Arbeitnehmers angeht, kaum zu vergleichen mit den Bedingungen hier in Deutschland. Groundspeak bietet, neben Gehalt, eine Krankenversicherung an, kostenlose Snacks und Essen, Beförderungsboni (ich würde es mal auf deutsch mit kostenlosen bzw rabattierten ÖPNV Tickets vergleichen), einen Renten-/Pensionsanspruch (401k Matching) bzw eine Lebensversicherung. Inwieweit der Punkt „Gesunde Arbeits/Lebens Balance“ wirklich gelebt wird, oder ob es mehr eine Phrase ist, kann ich nicht einschätzen. Fakt ist, viele Unternehmen in den USA bieten ihren Angestellten solche Gesamtpakete nicht an.
Bei der Einstellung neuer Mitarbeiter legt man Wert darauf, dass sie Geocacher sind oder sich zumindest neu für das Hobby begeistern können. Dann haben viele der Angestellten (Lackeys (Lakaien) genannt, was wohl irgendwie einen witzigen Ursprung hat) die Möglichkeit, weltweit zu Events geschickt zu werden. Wenn ich mich richtig erinnere gibt es da eine Art Bewerbungs- und Verlosungssystem. Eventuell wird das auch als Belohnung eingesetzt. Doch Vorsicht, nicht jeder, der dir auf einem Event mit offiziellem HQ Nikki begegnet, muss auch ein Lackey sein. So wurde mir auf Nachfrage berichtet, dass in München 2014 ein beliebtes Fotomodell in besagten Nikki gar kein Lackey war, sondern der Muggelfreund eines Lackeys, der kurzfristig mitgereist ist, weil ein personeller Ausfall zu beklagen war. Freundlich lächeln konnte er aber:

Ja, auch ich bin ihm “auf den Leim” gegangen. 😉

Ansonsten ist die Verwaltung von knapp 80 Angestellten natürlich schon eine Herausforderung. Nicht nur Lohnbuchhaltung, auch die Arbeitsgeräte im HQ Büro müssen organisiert werden, da hängt schon ein grosser Rattenschwanz dran.
Interessant, aber nicht verwunderlich, ist, dass man sich bequem zurück lehnt und auf amerikanisches Recht pocht. Es gab schon oft die Forderung, doch eine (zum Beispiel) deutsche Dependance zu eröffnen. Vielmals stehen Guidelines, die im US amerikanischen Bereich sinnvoll sind im Gegensatz zur Lebenswelt in anderen Ländern. Ich erinnere an die Sperre von Bahnbereichen, die in Amerika zu einem sehr sensiblen Gut gehören. Gerade in Deutschland sieht das anders aus. Also nicht, dass sie nicht ähnlich gefährlich werden. Aber hier sind sie keine absoluten Verbotszonen, sondern hier geht es mehr um den Sicherheitsaspekt der Unfallverhütung.
Groundspeak hat es mit dem System der Volunteers, der Freiwilligen, geschafft, weltweit „Angestellte“ zu haben, die nicht nur spottbillig sind (werden in Naturalien (Coins, …) “bezahlt”), nein, sie halten auch über regionaltypische Belange auf dem Laufenden. Das HQ (und damit auch das Spiel!?) profitiert davon, ohne Verpflichtungen einzugehen. Über den Umgang mit diesen Volunteers hört man leider oft nichts Gutes. Allerdings wird das meist dann publik, wenn einer „gegangen wurde“ und der dann einseitig in der Öffentlichkeit berichtet. Das HQ hat zu so einem Vorfall meines Wissens nach noch nie Stellung bezogen. Also in wie weit da was dran ist, kann man im Nachhinein auch nicht sicher sagen. Rein logisch wäre es nicht günstig, von Seiten Groundspeaks mit den Volunteers „wilde Sau“ zu spielen. Dafür sind sie als Arbeitskräfte zu billig und im Nutzen zu wichtig, um sie zu verprellen.
Wenn man von der beachtlichen Anzahl von über 400 weltweit aus geht (Reviewer, Übersetzer, Moderatoren in Foren…) ist es sicher mit Arbeit und Aufwand verbunden, sie gut zu koordinieren.

Notwendigkeit: Ja. Erklärung: Arbeitnehmerfreundliches Betriebsklima ist immer gut. Mitarbeiter wollen gepflegt werden. Scheinbar hat Groundspeak da ein Händchen für. Es gibt viele Konstanten in der Belegschaft. Wenn man sich die vakanten Stellen anschaut ist das übersichtlich, Und scheinbar muss man nicht generell neu besetzen, sondern baut punktuell aus.
Die Grösse des Verwaltungskopfes hängt natürlich unbedingt von der Grösse des Unternehmens bzw der Arbeitsbereiche ab. Je mehr man machen will, je präsenter man ist, desto mehr Personal und mehr Verwaltung benötigt man.
Ob der Firma eine eigene Rechtsabteilung zur Verfügung steht, oder man sich diese Dienstleistung extern einkauft ist nicht bekannt. Fraglich ob man bei einem etablierten Unternehmen mit einem seit Jahren erfolgreichen Geschäftsfeld einen festangestellten Juristen braucht. Wahrscheinlich eher nicht.

Die Finanzierung von Groundspeak scheint stabil zu sein. Man hat die Einnahmen gut auf verschiedenen Bereiche verteilt und hat mit den Premiumnutzersystem ein stabile Konstante. Wahrscheinlich ist auch die Anzahl der „Karteileichen“ nicht gerade klein. Also Geocacher, die mal eine Premiummitgliedschaft gebucht haben und durch das Abosystem weiter Jahr für Jahr zahlen, trotz Inaktivität. Vielleicht wollen sie sich die Möglichkeit aufheben, doch jederzeit wieder los ziehen zu können, wenn sie es wollen. 30Dollar pro Jahr sind sicher kein Micropayment, aber überschaubar, so dass es eigentlich keinem der „Zielgruppe“ (technikaffine, Outdoor begeisterte Menschen) wirklich weh tut. Gerade das Thema Outdoor in Verbindung mit Gesundheit ist in den letzten Jahren und Jahrzehnten sehr gehyped. Solange dieser Boom an hält dürfte Groundspeak es schaffen seine Dienstleistung (die Datenbank) zur Verfügung zu stellen. Es müssen halt nur die Owner irgendwie bei der Stange gehalten werden, die das Spielmaterial, die Caches, zur Verfügung stellen.

 

Hier geht es (ab morgen) zum nächsten Artikel über Visitor Center @ HQ.

 

Dieser Beitrag ist Teil einer Artikelserie, die sich mit den “Geschäftsbereichen” von Groundspeak bzw geocaching.com beschäftigt. Die Hauptübersicht und einleitende Worte nach dem Wieso, Weshalb und Warum findest du hier.

1 Gedanke zu „Die Groundspeak Blase – Verwaltung“

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.