Sperren eines TBs – Hilfe, mein Geocoin wurde discovered

Noch gar nicht lange her, als ich bei unserem Cottbuser GIFF Event 2019 die “Grösste GIFF Ausstellung der Welt”* zeigen durfte. Und schnell kam die Frage eines Besuchers, ob es denn irgendwo eine Liste mit den ganzen Discovercodes gäbe, damit man nicht bei jedem Stück extra gucken muss. Irgendwie war ich von der Idee ganz angetan, hatte das auf manchem (Gross-)Event ja auch schon so gesehen und nahm mir vor, dass im nächsten Jahr so anzubieten.

 

Und dann kam der Januar 2020. Plötzlich tauchten bei einer meiner Geocoins, die nicht im Umlauf sind, Discoverlogs auf:

Aperçu sur le net. Bon voyage et merci beaucoup.

Discovered your TB on FB. Thank you for sharing and playing the game with us all.

Sorry, but I saw this on FB

Seen on Facebook Thankyou for sharing

thanks for sharing

 

Natürlich hatte ich die Geocoin nie auf Facebook irgendwo gezeigt. Warum auch? Trotzdem ging es hier rund. Und eigentlich bin ich ja ein toleranter Mensch, was Geocachen betrifft, klar, ich hab ne Meinung, aber soll sich doch jeder bescheissen machen wie was er will. Allerdings sehe ich das unter der Bedingung, dass er damit niemand Anderem den Spielspass kaputt macht. Und sorry, 7 Logs in 2 Tagen, von ner Coin, die in meiner Kiste liegt, das macht mir den Spielspass kaputt!

 

Lange Zeit konnte man sich gegen dieses Gebaren nicht wehren. Doch dann haben diese, woanders werden sie “Discoverhonks” genannt, ich nenne sie mal neutraler “Kreativlogger”, sich mit dem falschen angelegt. Sie discoverten massenhaft TBs vom lieben Jeremy Irish, dem Ex-Chef. Der war -not amused- darüber und muss wohl mal in der Technikabteilung in Seattle ordentlich auf den Putz gehauen haben, ein paar Tage später wurde nämlich eine neue Funktion eingeführt: Man konnte TBs plötzlich “Locken”, das heisst Sperren.

Wenn man diese Funktion aktiviert, kann man das TB Listing weiter anschauen, es ist aber für jede Aktion von aussen, also discovern, grabben etc gesperrt. Der TB Owner kann jederzeit wieder entsperren und alle Aktionen sind wieder möglich.
So hat man die Möglichkeit, wenn der TB Code gerade mal wieder durch die Öffentlichkeit geistert, den Sturm der Discoverlogs zu überstehen und wenn er sich beruhigt hat, kann man wieder zum Alltag übergehen. Bis der Code auf der nächsten Liste auftaucht und die Runde macht.

 

Hier im Scrolldown Menü gibt es die Option mit dem Sperren.

 

Wichtig, wenn ihr das auswählt, müsst ihr nochmal explizit bestätigen, dass ihr Sperren wollt. Nicht vergessen!

 

Zum Abschluss noch ein paar Gedanken bzw Hinweise, was ihr vermeiden solltet, um vielleicht gar nicht auf solche Listen drauf zu kommen:

Im Grunde hilft nur eins, und das noch nicht mal richtig: Versteckt den Discovercode und zeigt ihm Niemanden! Aber selbst diese radikale Geschichte verhindert nicht, dass der Code nicht eventuell zufällig “erraten” wird und irgendwo auf ner Liste auftaucht. “Trackableersteller” (ich nenne sie der Einfachheit halber jetzt mal so um nicht immer Geocoin/Travelbug/Woodi/Token…-Hersteller sagen zu müssen) kaufen die Codes bei Groundspeak. Diese werden da generiert. Keine Ahnung ob da ein Algorithmus hinter steckt, oder nur jemand mit der Hand oder einem anderen Körperteil seiner Wahl auf ne Tastatur schlägt. Der Präfix (die ersten beiden Stellen des Codes) ist für den Codekäufer frei wählbar. Es ist üblich, dass eine Geocoinserie denselben Präfix bei jedem Code besitzt. Wenn die Verrückte Geolausitz für ihr Event am 12.09.2020 (die ersten Sachen sind jetzt hier erhältlich) also die Geocoins herausgibt, und die den Präfix VG hätten, dann würde jeder Discovercode VGXXXX lauten (die X sind die Variablen) Bei einem 6stelligen Code sind also 33% schon bekannt.

 

Pass auf, wenn du Fotos von deinem Trackable irgendwo einstellst. Wenn du ihn bei Groundspeak aktivierst und Fotos in das Listing packst, tauchten die mal rotierend auf der Startseite unter geocaching.com auf. Das wurde glaube schon abgestellt, aber es gibt noch die Gallerie. Dort werden die ganzen Fotos gelistet und wenn der Code nicht verdeckt ist, wird er dort entdeckt.

 

Vermeide Codelisten. Auch wenn sie noch so praktisch sind und du es nur gut meinst. Auf einem Mega hast du eh keinen Einfluss mehr darauf, wer sie fotografiert und wohin das Bild dann wandert, selbst auf einem kleinen Event weisst du nicht, welche Wege deine Liste gehen wird und wo sie landet.

 

Aktiviere deine TBs nicht. Klingt blöd. Ist aber so. Was nicht aktiviert ist, kann auch nicht discovered werden. ABER: jeder, der den Discovercode kennt und einen (Gratis-Wegwerf-)Geocaching.com Account besitzt, kann dann deinen Trackable aktivieren.
Dazu muss ich kurz ausholen: Jeder Trackable hat 3 “Codes”. Den TB Code, den Discovercode und den Aktivierungsode. Der TB Code ist der, der dich zu dem Listing des TBs führt. Mit ihm kann jeder deinen Trackable (online) anschauen, aber keine Aktionen durchführen (im Beispielbild oben TB8CDAH). Der Discovercode ist der Code, mit dem du Aktionen an einem TB machen kannst. Er dient als Nachweis, dass du den TB wirklich irgendwo gesehen hast. Er steht meistens drauf. Der Aktivierungscode ist der Code, den du einmal zur Aktivierung des TBs brauchst. Früher(tm) gab es in den Geocoinhüllen immer diese kleinen Zettelchen damit. Dann wurde das irgendwie auf die Herausgeber umgewälzt. Ohne Werbung machen zu wollen, ein amerikanischer Anbieter hat zum Beispiel diese Seite für die Codes hier am Start. Ob das rechtlich so sauber ist da Namen und Email für abzugreifen angeben zu müssen, keine Ahnung (und böse Zungen munkeln, man bekommt den Code auch unter Freilassung dieser Felder 😉  ).
Und hier noch als Beispiel ein deutscher Anbieter mit seiner Aktivierungsseite, hier werden die Aktivierungscodes wirklich per Mail versandt. Und hier war man so gewissenhaft, wenn der Code schon einmal abgerufen wurde, dann wird er vom System blockiert beim Neuabruf, man muss sich manuell an jemanden wenden. Also ein bisschen Sicherheit
Scheinbar gab es bei diesen “externen” Lösungen Probleme, woher sollte ich als Käufer, wenn ich eine Coin neu erwarb, auch wissen von welchem Hersteller sie kommt? Groundspeak schaltete irgendwann dann diese Aktivierungscodeseite frei. Nun reicht es dort den Discovercode einzugeben (ok, zugegeben, man muss natürlich auch einen geocaching Account haben) und wenn nicht aktiviert, bekommt man den Aktivierungscode sofort geliefert und kann s/d/meinen TB aktivieren.
Hier muss man allerdings sagen, wenn man mal in diese Falle gegangen ist und jemand einen eigenen, nicht aktivierten TB aktiviert hat, kann man mit Groundspeak reden und (mit viel Arbeit für beide Seiten) wird das Ding von dort aus deaktiviert. Da der “Angreifer” den Discovercode ja aber weiterhin hat, weiss ich nicht, wie sie das zukünftig dann verhindern, dass der Trackable wieder “widerrechtlich” aktiviert wird. Eventuell sperren sie den ganzen Code?

 

Und noch ein gedanklicher Schnellschuss, da diese Listen mit vielen Discovercodes drauf häufig bei Facebook auftauchen, vielleicht hilft es dort dagegen vorzugehen. Bewertet die Seiten schlecht, meldet sich wegen Urheberrechtsverstössen oder so, keine Ahnung. Macht irgendwas, dass sie uninteressant werden, nicht oder wenigstens schlecht angezeigt. Schreibt die Leute, die eure TBs discovern an. Ihr habt ja zumindest ihren Accountnamen. Schreibt ihnen Nachrichten, Emails, sprecht sie auf Events an, dass ihr Discoverkram nicht unbemerkt geblieben ist, euch stört und eigentlich ja auch falsch ist, weil sie den TB nie in den Händen gehalten haben. Vielleicht kann man so etwas bewegen und die Leute zum Umdenken bringen?

 

 

-edit-

Danke an Michael, der mich auf ein kleines Feature bei project-gc hingewiesen hat. Dort kann man nämlich eine grosse Anzahl von TBs, deren Discovercodes man auf einer Liste hat, einfügen und vollautomatisch loggen lassen. Und als kleines Extra, die Seite zeigt an, wieviele Discovervorgänge gerade noch in der Warteschleife sind!

Wir sehen uns in 24250 Logs!

4 Gedanken zu „Sperren eines TBs – Hilfe, mein Geocoin wurde discovered“

  1. Ich hatte die Tage mal einen Log so in der Art “Am auto gesehen, allzeit gute Fahrt”.

    Das Problem ist: 1. ich habe kein Auto, 2. die Coin soll nur in einem sehr eng gesteckten Gebiet unterwegs sein.

    Den Log löschte ich dann einfach.

  2. Bei so manchem größeren Event sieht man auf dem Parkplatz nicht nur TB-Codes auf Autos, sondern auch mal als von innen angeklebte Liste (gern auch als großer QR-Code, handlich für die „Kreativlogger“).

    Möglicherweise erklärt das den „Auto-Discover“ vom Cach0r.

  3. Danke! Dieser Beitrag hat mich heute bestärkt, logs zu löschen die wir für Coins bekommen haben, die weder mit Bild im Netz noch sonst irgendwie unterwegs waren. Die liegen schon immer in unserem Schrank.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.