Geocaching in Kuba – ein Erfahrungsbericht, keine repräsentative Einschätzung

Kann man in Kuba Geocachen? Ja, man kann, aber man sollte nicht zuviel erwarten. Vorwiegend findet man in Kuba Tradis und an zweiter Stelle in der Häufigkeit Earth-Caches. Ausgeklügelte Mysteries oder Multis mit zahlreichen Stationen sucht man hier vergeblich. Der Multi in der Liste hatte einen Startpunkt und ein Finale. Wir selbst waren hauptsächlich in Havanna und auf der Halbinsel Varadero auf Cache-Suche. Wir haben 20 der 96 Caches gesucht und 19 davon gefunden. Hier einmal eine kleine Übersicht über die in Kuba zu findenden Geocaches.

Stand: 02.02.2019

GPS in Kuba:

Die Einfuhr von Funksprechgeräten, Satellitentelefonen und GPS-Geräten ist nicht gestattet bzw. bedarf der vorherigen Genehmigung der zuständigen kubanischen Behörden. Laptops, Kameras und Mobiltelefone mit GPS-Funktion sind hiervon nicht betroffen. (Aus den Zollvorschriften des Auswärtigen Amtes für Kuba)

Das GPS-Signal in Kuba funktioniert wie in allen anderen Ländern, wir konnten keine Einschränkungen feststellen. In den Städten mit engen Straßen springt es genau wie in Europa, auf dem Land hat man damit keine Probleme. Wir waren mit einem Samsung Galaxie S4 unterwegs, das uns ziemlich genau geführt hat, vorausgesetzt der Cache war auch da. Da GPS-Geräte in Kuba verboten sind haben viele Owner ihre Listings auch mit Spoiler-Bildern versehen, so dass selbst bei schlechtem GPS-Signal ein Fund kein Problem darstellte.

Geocache-Owner:

Stand: 02.02.2019

Die Übersicht macht deutlich, dass es kaum einheimische Geocacher gibt. Das ist auch nicht verwunderlich, wenn man das soziale/politische System in Kuba betrachtet. Darum haben viele ausländische Geocacher selbst Caches gelegt und somit anderen die Möglichkeit gegeben hier dieses Spiel zu betreiben. Die Listings sind fast alle in englisch, teilweise zusätzlich auch in spanisch, französisch oder deutsch. Doch wenn der Owner im Ausland sitzt, bringt das auch Probleme mit sich. Wenn ein Cache verschwunden ist (wir hatte in unserer Zeit in Kuba mehrer Caches die mit wenigstens 5 DNF geloggt waren), dann bitten die Owner die Cache-Gemeinde um Hilfe um den Cache am Leben zu halten. Wir selbst hatten 2 Filmdosen mit Logbüchern dabei, die in Havanna sowie in Santiago de Cuba zum Einsatz kamen. Umgehend bekamen wir von den Ownern der Caches (beide aus Deutschland) Nachricht, in dem sie sich für den Ersatz der Behälter bedankten. Im Nachhinein hätten wir gut und gerne noch 5 weitere Ersatzbehälter gebrauchen können.

Geocache-Behälter:

Vorwiegend haben wir verschraubbare Pillendosen von mikro bis 25 cm Länge gefunden. Nicht selten sind es auch nur  Tütchen mit einem Zettel drin. Gelegentlich auch mal ein Petling oder Tupperdosen. Diese wiederum fanden wir bei den Caches, die nicht versteckt waren, sondern bei einer Familie hinterlegt. Diese konnte man aufsuchen und bekam den Cachebehälter gereicht. Diese Art des “Versteckens” verhindert natürlich, dass der Cache gemuggelt wird.

Einige wenige Caches haben einheimische Cache-Wächter. In das Spiel eingeweiht, sind sie auch mal zur Stelle um zu helfen, wie bei Cache “KO-84 Matriarca” der sich in der Nähe unserer Hotelanlage befand.

Gudrun mit Cache-Wächter

Ein besonderes Erlebnis war der Cache “mi casa” (GC19X6B – 124 Favoritenpunkte). Gehe zur aufgeführten Adresse/Koordinate und “Ruf laut”Roselia!!!””. Hier trafen wir nicht nur Roselia an, sondern auch die Ownerin “Pitifini”, die auf Heimaturlaub war. Sie spricht ausgezeichnetes deutsch, arbeitet sie doch seit 13 Jahren in Berlin. Hier ließen wir auch gern 2 TB’s in der Tupperdose.

Gudrun, Pitufini (m.) und Roselia (r.)

Trackables:

Und damit sind wir auch beim Thema Trackable. Die wenigsten Cachebehälter lassen von der Größe her das Ablegen von TB’s zu. Auf Grund des gelegentlichen Verschwindens von Caches auch nicht unbedingt sinnvoll. Darum haben wir auch die Tupperdose bei “mi casa” genutzt. In Varadero gibt es einen sehr schönen Park mit dem Cache “Josone Park” – in der Nähe von La Piscina (GC3B75B). Die hier befindliche Pillendose ist sehr groß, der Owner weist aber ausdrücklich im Hint darauf hin, hier keine TB’s abzulegen. Dennoch befinden sich im Inventar 5 TB’s, aber leider nicht im Behälter. Die Ältesten wurden im Januar 2018 abgelegt, die letzten in diesem Jahr. Hier liegt die Vermutung nahe, dass die Gegenstände gemuggelt wurden.

Varadero:

Ein letztes Wort zu Varadero. Die ca. 18 km lange Halbinsel ist Touristenzentrum mit zahlreichen Hotels. Es gibt einen Touristenbus der von der Ostspitze der Landzunge bis zur westlich gelegenen Stadt Varadero im 30 Minuten-Takt pendelt. Für 5 CUC (ca. 5 Euro) kann man ein Tagesticket kaufen und so den ganzen Tag diesen Bus nutzen, Aussteigen und wieder Einsteigen (auch zwischen den Haltestellen) ist kein Problem. So haben wir es gemacht. Man kann sich natürlich auch eines der schicken Oldtimer-Taxis schnappen und so stilvoll von Cache zu Cache fahren, wird aber dann ein bisschen teurer.

Fazit:

Geocaching in Kuba macht Spaß wenn die Caches auch da sind, man lernt Leute kennen und wenn man ein paar Dosen und Logbücher dabei hat, kann man auch hier und da aushelfen und ein gutes Werk tun.

 

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