Groundspeak und der Umweltschutz – Fakt oder Farce?

Also eigentlich will ich ja nicht immer meckern. Und manchmal tu ich es auch nicht. Aber Groundspeak macht es einem auch oft nicht leicht, das Positive zu erkennen. Und dann wird es auch wieder sone kritische Betrachtung.

Aktuell geht ein Newsletter rum, hier das englische Original, hier in der deutschen Version:

“Umweltinitiativen des Geocaching”

 

 

Was hätte man da alles Schönes draus machen können? Man könnte so eine richtig schöne CITO Event Statistik basteln. Wieviele Geocacher nahmen über die Jahre dran teil (Ok, das haben sie erwähnt), wie ist die Entwicklung und es werden von Jahr zu Jahr mehr (die Sache mit den stetig angestiegenen Souveniren als Lockmittel kann man ja unerwähnt lassen). Und was haben die Teilnehmer daran nicht alles gemacht? Müll gesammelt, Bäume gepflanzt, Wege aufbereitet, Kröten gestreichelt, ähm, gerettet, Nistkästen gebaut,… Dazu paar fetzige Bilder, die CITO Logs geben ja genug her, fertig wäre die super schicke, ökologische Umweltschutzmeldung! Geocaching 1, böse weltzerstörende Mitmenschenmuggel 0.

 

Aber nein, was bringen sie stattdessen? 6 Dinge, die Geocaching für den Umweltschutz getan hat bzw. aktuell macht. Ist das so ein Amiding, dass man da wieder so eine “Liste” aufstellen muss? Die natürlich auch möglichst lang ausfallen soll. Und das muss man sich dann halt ein bisschen an den Haaren herbeiziehen. Doch der Reihe nach:

  1. Earthcaches: Ok, die sind da. Zeigen geologische Besonderheiten. Umweltinitiative? Nun ja, rettet vielleicht keine Umwelt, aber sensibilisiert vielleicht dafür. Würde ich insgesamt also gelten lassen.
  2. Geoawares. Sind die Reviewer von Earthcaches. Die als Umweltinitiative zu bezeichnen, nein, das würde ich nicht gelten lassen. Dann muss man auch die Hamster, die die Server im HQ betreiben so benennen. Denn die sorgen auch dafür, das Earthcaches vorhanden und machbar sind.
  3. Verbindung zu Umweltverbänden. Mmh, na ja, also Netzwerkarbeit. Ob das nun eine richtige Initiative oder einfach nur ein miteinander in Kontakt bringen, soll jeder selbst entscheiden. Ich drücke ein Auge zu und weil es Umweltverbände sein sollen, würde ich das gelten lassen.
  4. CITO. Ja, JA, JAAAAA. Geocacher tun aktiv etwas für die Umwelt. Meist mit lokalen Partnern. Klarer Punkt für die Umweltinitiative.
  5. Partnerschaften des GC-Hauptquartiers. Die sogenannten Promo Aktionen. Der Ein oder Andere erinnert sich vielleicht, da kann man diese “umsonst” Trackables bekommen. Das hat mich neugierig gemacht. Ein paar davon konnte ich aus dem Stegreif aufzählen. Bei Weitem nicht alle. Zum Glück bietet Groundspeak dort eine Übersicht an:Ich war mal so frei und habe “recherchiert” was dahinter steckt. Und ganz ehrlich, ausser einer Umweltschutzorganisation und einem Bildungsprogramm habe ich da nichts gefunden. Meine persönlichen (negativ) Highlights sind übrigens die Kreuzfahrtschifflinie und der Freizeitpark mit Delfin- und Walshow. Aber auch Spielzeug- und Autohersteller sind vertreten. Von den Fernsehsendern fang ich gar nicht erst an. Diese Partnerschaften sind also Umweltinitiativen? Irgendwie muss ich gerade an das Interview mit Bryan Roth denken, dem neuen GS Chef, dass der Geoadventuresblog letztens veröffentlicht hat:

    …Ich glaube wir haben bislang gute Arbeit geleistet um ein Gleichgewicht zu schaffen zwischen der grundsätzlich nichtkommerziellen Natur des Spiels auf der einen Seite und gewerblichen Anbietern auf der anderen Seite, denen wir einen Zugang zum Spiel ermöglichen, wenn diese sich auf positive Weise für die Community engagieren möchten. Eine Sache die wir im Bezug auf unsere GeoTour Partner, aber auch bei unseren Werbepartnern und allen anderen kommerziellen Projekten in den Vordergrund stellen ist, dass aus der Zusammenarbeit immer auch ein positiver Effekt für die Spieler erwächst. Wir sind nicht bereit die Geocaching-Community oder das Spiel selbst für rein kommerzielle Zwecke auszunutzen. Deshalb ist es sehr wichtig für uns, dass all unsere Projekte, so wie du es ja auch bereits erwähnt hast, in einer liebevollen und schönen Art und Weise der Geocaching-Community gegenüber einen Mehrwert bieten. …

    “Gleichgewicht”. “Positiver Effekt für Spieler”. “Mehrwert”. Ich sag nur Schnapps, Glücksspiel und Eiscreme!!!

  6.  “Green Team” im HQ. Ganz ehrlich, ich weiss nicht so richtig ob ich weinen oder lachen soll.

    …Letztes Jahr kam eine Gruppe von Lackeys im Geocaching Hauptquartier zusammen und bildete das Geocaching-HQ-Green-Team – ein Ausschuss, der das Büro umweltfreundlicher machen will. Einige Initiativen umfassen den Umstieg auf wiederaufladbare Batterien, das beidseitige Drucken als Standard und das Hinzufügen von Papierhandtuch-Kompostbehältern in den Toiletten. …

    Das kannst du doch keinem erzählen!? Also nichts dagegen, dass sie das Büro bzw dessen Betrieb umweltfreundlicher gestalten wollen. Thumbs up dafür. Aber DAS sind die Massnahmen, die sie dafür ergriffen haben? Oder hat sich der Marketingmensch, der den Artikel geschrieben hat da mit absoluter Sicherheit die Punkte des “Green Teams” herausgesucht, die am belanglosesten, am banalsten sind? Hat er vergessen zu erwähnen, das Bleistifte jetzt angespitzt werden, anstatt sie nach Abnutzung wegzuwerfen? Oder das man jetzt abends immer das Licht ausschaltet?
    Groundspeak könnte gucken, dass der Serverbetrieb irgendwie Ökologisch kompensiert wird. Das die weltweiten (Promo)Reisen der Lackeys weniger oder umweltbewusster werden. Jeder Angestellte bekommt ein Fahrrad und verzichtet dafür aufs Auto. Der gesamte Merchandisekatalog könnte auch umweltfreundlichere Produktionsketten umgebaut werden. Zertifizierte Baumwolle in den GC-Klamotten. Druckereien und Färbungen mit ungifitgen Färbemitteln. Plastevermeidung bei der Produkten. Irgendwie sowas. Doch sie drucken jetzt beidseitig und kompostieren Papierhandtücher…

3 Gedanken zu “Groundspeak und der Umweltschutz – Fakt oder Farce?”

  1. Ich habe garnichts davon mitbekommen das GC so eine Umweltschutzwerbung oder wie man das nennen soll macht. Die sechs Punkte sind doch voll cool aus amerikanischen Sicht.

    1. Die Earthcaches, hast du bereits geschrieben. Können sensibilisieren.

    2. Die Geoawares, braucht kein Mensch. Das was die reviewen hält in 50% keiner geowissenschaftlichen Abhandlung für Laien stand. Viele veröffentlichte Earthcaches haben nicht mal irgendeine geologische Grundlage. Das kann auch jeder andere Reviewer machen.

    3. Umweltverbände. Da sieht es glaube ich auch mal aus, jedenfalls in D. Ich kenne nur die Wanderjugend und das da mal was lief. Ist aber schon so lange her das vermutlich alle mittlerweile bei den Wandersenioren sind.

    4. CITO kann man gelten lassen. Aber auch hier wende ich den offiziellen GC Zeitpunkt als kontraproduktiv zur Setz und Brutzeit ein.

    5.Partnerschaften hat geklappt. Die Werbung wurde geschaltet. Hast dir ja alle angesehen. Ich war neugierig und muss sagen ich kenne 3 bis 4 davon.

    6.Das mit dem doppelseitigen bedruckten selsbtkompostierbaren Handtüchern haben sie sicher aus der Outdoor Zeitung “Walden”. Nur das man dort die Zeitung nach dem Lesen auf dem Donnerbalken dann für den Allerwertesten verwerten kann.

    Meine Gedanken zu den 6 Punkten. Aber grün genug ist das in meinen Augen für einen Aufhänger für Groundspeak nicht.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.