Nachts im LP – Halloween einmal anders

Eigentlich bin ich ja nicht so einer der den heidnischen Festen frönt, aber als mich am 08.10.2019 um 19:15 Uhr eine WhatsApp-Nachricht von @palk mit Link und folgenden Text:  “Es geht um Leben und ….” ach sorry falsche Nachricht

“ein Event nachts im LP -nur 50 Plätze- schnell sein lohnt sich”

erreichte war es schon um mich geschehen, nachdem sich dann rausstellte, Mensch da habe ich doch frei und Freitag auch, war der Finger schneller auf dem Anmelde-Button, als bei 3…2…1 sofort kaufen und ich sicherte mir zwei der begehrten Plätze für die 21 Uhr Vorstellung.

 

Am besagten Tag, den 31.10.2019, dem Halloween-Tag war es dann soweit, ich sackte @ElenoreCB ein und wir machten uns auf den Weg nach Weißwasser, wo das Grusel-Event stattfinden soll. Vor dem Event stärkten wir uns noch beim ortsansässigen Dönermann, nach dem Dönerteller ging es wieder zurück zum CM am Parkplatz und nach und nach trafen uns bekannte Geocacher aus Cottbus ein, was die hier nur alle wollen in dieser gottverlassenen Nacht, fragten wir uns und nach der Begrüßung war klar, die wollen alle nur spielen…ähhh geocachen…na ihr wisst schon zum Event natürlich. Da noch etwas Zeit war bevor sich die Pforten öffneten, absolvierten wir im 7er Team noch zwei Caches die sich von der Lage her anboten, so wurde die Wartezeit mit GC52DZT – Big Brother WSW und GC1GDWC – Katholische Kirche Weißwasser verkürzt. 

Am Eingangstor angekommen begrüßte man noch einige bekannte Geocacher, ehe der Owner das Tor mit einem stark verrostetem Schild “Zutritt Verboten” öffnete und zum Einlass bat. Nun betraten wir den Weg ins Innere des Gebäudes, gesäumt von lodernden Fackeln, vorbei an Geistern, die in den Bäumen hingen und dem Friedhof der Untoten. Im Inneren angekommen wurden wir von einigen Spukgestalten begrüßt und erhielten unsere Eintrittskarten, welche man unbedingt behalten solle. Nach dem Unterzeichnen der für Lost Places üblichen Belehrungen konnte an der Bar noch ein Kalt- oder Heißgetränk sowie Popcorn oder anderer Süßkram erworben werden, ehe es dann endlich in den Kinosaal gehen konnte. Dieser war wohl mal so etwas wie ein alter Lehrsaal, an der einen Wand hing eine schöne große Tafel und eine Uhr die 5 vor 12 anzeigte, der Boden war stufenartig aufgebaut, was einem Kinosaal glich, die Luft war kalt und staubig, eben ein echter LP. Nachdem alle 40 Gäste Platz genommen hatten, wurde der Film gestartet, Licht brauchte nicht ausgemacht werden, gab es ja keins in diesem Raum.
Nun begann die Filmvorführung des Filmes: “Resident Tomb Cache” – der perfekte Cache…

eins ums andere mal zuckte die gespannt folgende Anhängerscharr hier hoch, auch wenn einige Dialoge zum Lächeln einluden, doch wer nach 40 Minuten dachte, dass wars mit dem Event, sollte sich irren, wie er sich lange nicht mehr geirrt hatte, denn so einfach wie wir zur Filmvorstellung kamen, sollten wir das Gemäuer nicht wieder verlassen können. Nach Filmende ertönte eine Tonbandansage à la Jigsaw “Ich möchte ein Spiel spielen” Ziel war es innerhalb von 15 Minuten den Raum zu verlassen. Das Problem, an der Tür hing ein Vorhängeschloss, dessen Schlüssel gesucht werden musste. Anfangs rannten alle 40 “Insassen” wild aufgescheucht durch den Raum und es wurde alles, was nicht Nigel- und nagelfest war, insbesondere die Biertischbänke und deren Kissen, umgedreht und untersucht, doch es ließ sich nichts weiter finden. Durch einen glücklichen Griff (lucky Punch) meinerseits, beförderte ich einen Vierkantschlüssel ans Tageslicht, (oder eher UV Licht und Taschenlampenlicht) sogleich wurde ein großes X an einem herausnehmbaren Teil der Verschalung unter der Tafel entdeckt, nun wurde scharf kombiniert und die Klappe mit dem Schlüssel geöffnet, dahinter befand sich eine Holzkiste, welche mit einem Zahlenschloss gesichert war. Jetzt war guter Rat teuer…welche Zahlenfolge? Es wurden einschlägige Zahlenkombinationen durchgetestet, doch keine derer vermag das Schloss zu öffnen. Hier benötigte es erst einen externen Hinweis, von….ja von wem eigentlich? um hier auf die richtige Fährte zukommen, die benötigten Ziffern, wurden mit UV-Stift auf die Rückseite der Eintrittskarten geschrieben, deshalb war es also wichtig, diese gut einzustecken. Alsbald öffnete sich nun also die Kiste, darin befand sich dann der Schlüssel für die Tür des Kinosaales, wer sich jetzt in Freiheit sah, war weit gefehlt, denn es ging jetzt erst richtig los.

Escape-Room-mäßig führte uns die Story durch das ganze Gebäude, Erdgeschoss, 1.OG und der Keller wurden besucht, mit dem Ziel 4 Ziffern für das letzte Vorhängeschloss, welches uns die Freiheit schenkt zu finden.

Die einzelnen Räumlichkeiten waren mit sehr unterschiedlichen Stationen und Aufgaben, immer passend zum Event ausgeschmückt, versehen. Im zweiten Raum, kam ich mir kurz vor wie in einer Kunstinstallation, so waren dort alle vier Wände mit Zahlen beschrieben, in unterschiedlicher Größe, teils auch als Wort ausgeschrieben, der Clou: dies wurde natürlich erst mit Hilfe von ultraviolettem Licht sichtbar, hier war nun die Aufgabe aus all den Zahlen DIE zweite Zahl für das große Zahlenschloss, um wieder in die Freiheit zu gelangen, zu finden. Hier wurde nun alles als “DIE zweite Zahl” interpretiert was nur ging und es wurde gezählt, was es zu zählen gab, Stofffetzen die im Raum hingen, Löcher in den Stoffresten, aber alles nicht zielführend, dank der Sensenfrau, wussten wir wenigstens nach was gesucht werden musste und so wurde eine auf dem Kopf stehende 5 in der letzten Ecke des Raumes ausgemacht und wir konnten weiter. Im weiteren Verlauf gab es zum Beispiel ein Telefon, wo die richtigen Ziffern an den Zahlentasten markiert waren, oder auf dem Boden wurden mit 100ten Filmdosen ein Kruzifix aufgestellt, in den Filmdosen waren Puzzleteile oder Schrauben versteckt, die Puzzleteile richtig zusammen gesetzt ergab den nächsten Hint. Weiterhin wurde in einem eher länglichen Raum eine Laser-Station aufgebaut, womit der richtige Schlüssel am Ende des Raumes mit Hilfe von Spiegeln angeleuchtet wurde, des weiteren mussten Knochen gesucht und in der richtigen Reihenfolge hingelegt werden, um den nächsten Hinweis zu bekommen, sowie ein paar Fragen zum Thema Halloween beantwortet werden, um endlich zum letzten Zahlenschloss zu gelangen, dies öffnete sich nun nach dem Einstellen der gefundenen Ziffern in der richtigen Reihenfolge und wir konnten uns alle im thematisch angepassten Logbuch verewigen.

Alles in Allem war es ein sehr schönes Event mit abwechslungsreichen und mit viel Liebe bis ins kleinste Detail gestalteten Stationen, auch die ganze Dekoration oder die Hintergrundmusik war passend abgestimmt und der Altar auf dem das Logbuch lag hat das ganze nochmal richtig abgerundet. Meine erste Gedanken wurden weit übertroffen, und wenn das der Maßstab für das MEGA-Event in Weißwasser ist, dann verbringe ich mein Geburtstagswochenende nächstes Jahr gerne in WSW. Mein Dank gebührt dem Orga-Team und der Stadt Weißwasser, die das erst möglich machte, wo kann man schon offiziell eine “Party” in einem Lost Place feiern? Des weiteren bedanke ich mich bei @Gini+Bär, und @Mickymaus1980 für’s Bereitstellen und Benutzen der Fotos für diesen Beitrag.

Apropos Fotos, jetzt kommen Fotos:

 

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