Die Groundspeak Blase – Unternehmenskommunikation

Unternehmenskommunikation: Blog; Foren; Social Media Kanäle; Podcast; Kurzvideos; Nutzerbefragungen; Infomaterialerstellung; Grafik/Designerstellung; genereller Kundensupport (appeals@groundspeak.com); Beschwerdemanagement mit der Muggelwelt; Kontakt und Zusammenarbeit mit ~400 Freiwilligen weltweit

 

Das A und O in der Vermarktung. Nahe am Kunden sein, Bedürfnisse ermitteln, darauf eingehen, sie erfüllen, Ausrichtung der finanziellen Geschäftspolitik in die Richtung zukünftiger Entwicklungen. Kommunikation von Firmenbotschaften nach aussen, Etablierung einer Marke, eines Lebensgefühls. Und natürlich Werbung, Werbung, Werbung. Und ja, man will dem einfachen Geocacher natürlich auch zur Seite stehen. Man vermittelt, wenn sich um FTFs gezankt wird oder wenn der Eine den Anderen per Nachricht beleidigt, da spricht man auch mal Sanktionen aus. Auch die freiwilligen Mitarbeiter (hier Stichwort Reviewer) müssen mitgenommen werden, mit der aktuellen Firmenpolitik. Denn die können sie ja nur um- und durchsetzen, wenn sie sie auch kennen.

Ansonsten Vermittlung der schönen heilen Welt. Alles super, alles toll. Alle glücklich beim Cachen. Schöne Fotos bei schönem Wetter von schönen Menschen die schöne Dosen finden. Und dabei fit, gesund und mit offenen Augen und Sinnen abenteuerlich durch die Welt streifen. Im Blog die super Dosenbauer, die tausende Favoritenpunkte sammeln. Nicht der Durchschnittsowner, mit dem kleinen 20 Filmdosen/Petling Powertrail im heimischen Wald auf der täglich gleichen Hunderunde, damit die Wartung möglich ist. Der eventuell zwischen Familie, Job und dem Alltag mal ne Stunde in der Woche die Zeit findet, ein paar Dosen zu suchen. Keine 10km Wandertrails in unbelasteter Natur, sondern eben den schnellen DriveIn. Und natürlich Statistik und Souvenirs als Ansporn. Alle machen viele Punkte, bekommen viele bunte Bilder und sind happy. Die Schattenseite, dass jeder Wettbewerb meist nur einen Gewinner hat, einen der schneller, besser, schlauer, sportlicher als die anderen war, wohingegen alle anderen eben schlechter waren, der wird nicht erwähnt. Offiziell, also laut guidelines, gibt es keinen FTF. Trotzdem wird zum Beispiel für die Premiummitgliedschaften aktiv damit geworben. Denn nur als PM bekommt man Notifications und nur mit denen kann man den FTF Kampf gewinnen.
Der publizierte hauseigene Podcast erhält den Anschein einer Wissensvermittlung. Bitte unbedingt hören, da erfährst du wichtige Neuigkeiten. Diese hielten sich für mich bisher in Grenzen. Klar ist der Grat zwischen Information und Werbung  manchmal schmal. Aber hier tendiert es meiner Meinung nach klar in Richtung Werbung. Einziger grosser Pluspunkt, es gibt ein Audiotranskript. Also eine Niederschrift des Erzählten. Die ist zwar englisch, lässt sich aber mit einfachsten Mitteln gut ins Deutsche übersetzen.

Notwendigkeit: Ja. Erklärung: Klar erfreue ich mich an Bildern von tollen Caches oder Cachetouren von jungen, sportlichen Menschen auf den Antillen. Aber brauche ich die wirklich für mein (Cacher-)Leben im deutschen urbanen Raum oder gar der Provinz? Gehe ich für mein persönliches Erleben cachen, oder für den Fundzähler. Sind die schicken virtuellen Bildchen im Profil wirklich das, was Geocaching ausmacht?

Klar, wenn mir jemand per Nachricht blöde kommt, möchte ich, dass ihm jemand auf die Finger haut. Wenn ich Probleme habe mit Guidelines oder einem spezialgelagerten Ownersonderfall, dann möchte ich jemand kontaktieren können, der mir mit Rat zur Seite steht und klar sagt „geht oder geht nicht“.

Auch die Kommunikation in die Muggelwelt ist wichtig und wird meiner Aussenwahrnehmung nach zu sehr vernachlässigt. Warum sind in Dtschl. die Geocaching Vereine die Ansprechpartner für zum Beispiel die Aktion der Deutschen Wanderjugend “Natursport. Umwelt. Bewusst.”? Oder den Bürgermeister von Geyer? Oder läuft das alles hinter den Kulissen und Groundspeak ist da Präsenter, als man von aussen sieht?

Insgesamt stellt sich die Frage, ist dieser immense Aufwand den Preis und die Ressourcen dafür wert? Ist das der entscheidende Unterschied, der dafür sorgt, das GC (quantitativ) erfolgreich ist und OC nicht? Damit meine ich nicht, den Kundensupport. Den haben beide gleich (und bei opencaching.de bekomme ich sogar schneller Support als bei GC). Aber OC erzeugt halt medial nicht diese schöne heile Welt, packt mich nicht in eine rosa Blubberblase von „alles toll“. Da muss der Antrieb von mir kommen. Keine wöchentlichen Newsletter wie toll und schön es doch gerade in Papua-Neuguinea ist und ich muss doch da unbedingt mal als Geocacher vorbei schauen.

 

Hier geht es (ab morgen) zum nächsten Artikel über den Merchandise.

 

Dieser Beitrag ist Teil einer Artikelserie, die sich mit den “Geschäftsbereichen” von Groundspeak bzw geocaching.com beschäftigt. Die Hauptübersicht und einleitende Worte nach dem Wieso, Weshalb und Warum findest du hier.

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