GPS – Segen und Fluch

Jeder von uns kennt es, das GPS System. Das System, von dem wir alle abhängig sind beim Dosensuchen. Ein paar Satelliten kreisen um die Erde, geben Zeitimpulse ab und die (teure) Technik in unserer Hand macht daraus einen Punkt auf einer Karte und wir „sehen“ uns. Ein spassiges Hobby, dank GPS.

Doch wo Licht ist, da gibt es oftmals auch Schatten. Und ziemlich schattig wird es in diesem Artikel.

Dem ein oder anderen dürfte wenigstens in amerikanischen Blockbusterfilmen oder diesen „Real Crime Scene“-Zeug im Trash TV schonmal der Begriff Fussfesseln über den Weg gelaufen sein. Darunter kann man sich natürlich wie früher eine grosse Eisenkugel vorstellen, die den Träger wirksam daran behindert, sich schnell zu bewegen. Das, was heute damit gemeint sein kann, ist von dieser Vorstellung allerdings weit entfernt. Denn die heutigen (elektronischen) Fussfesseln sind Smart. Quasi eine Art iFussfessel.

Der Träger verwandelt sich in eine Art gläsernen Menschen und entlastet damit die Justizvollzugsanstalten/Gefängnisse. Durch eingebautes GPS wird seine Position aufgezeichnet, getracked. Dies kann sinnvoll sein, wenn man aufgrund richterlichen Auflagen bestimmte Sperrgebiete hat, die man meiden soll bzw muss. Dies kann passiv erfolgen, das Gerät am Bein zeichnet brav aus und der Bewährungshelfer, der diese Daten irgendwann aus liesst bekommt eine Anzeige, dass man ein böser Junge war. Es kann aber auch aktiv sein, das Gerät schlägt sofort Alarm, wenn man bestimmte Bereiche betritt/verlässt und die grüne Minna setzt sich in Bewegung. Aktuelle Geräte können sogar noch mehr, sie sind „bidirektional“, heisst sie senden nicht nur, sie können auch empfangen. Der Träger gibt damit nicht nur seine Position preis, sondern trägt ein Abhörgerät am Körper. Ebenso wie einen kleinen Lautsprecher (mit erstaunlich viel Power), kann also auch aus der Ferne „angeleitet“ werden. So können die Geräte zum Beispiel auch so eingestellt werden, dass beim Betreten/Verlassen einer bestimmten Zone ein Alarmton los geht, ähnlich dem der Supermarkt Ein- und Ausgänge mit gechipten Waren. Gerade wird mit Hochdruck daran gearbeitet, die Geräte zu einer Art kleinen Minilabor auszurüsten, die Anhand Schweiss zum Beispiel Betäubungsmittel oder Alkoholpegel des Trägers bestimmen und entsprechend melden oder reagieren.

Nun werden viele sagen, „Ja, ja, das schad denen recht, den bösen Buben.“ In den letzten Jahren hat sich der Markt für solche Systeme in den USA mehr als verdoppelt, wobei die Anzahl der Träger aufgrund von Bewährung oder Kaution immer geringer wird. Wer kauft sowas also? Und da sind wir mitten in der Schattenseite drin.

Die stetige, vor allem durch die Massenmedien genährte Angstkulisse, sorgt dafür, dass immer mehr Eltern ihre Kinder damit versehen. Sicherheitsfirmen bieten eine lückenlose 24h Überwachung der Kinder für zahlende Eltern an. Kinder sollen am Weglaufen gehindert werden. Ihnen werden Zwänge auferlegt, wann sie wo wie zu sein haben. Sie werden behandelt wie Kriminelle.

 

 

Es soll aber auch Fälle von Paaren geben, die sich, als Vertrauensbeweis, gegenseitig mit den Geräten bestücken lassen.

 

Schon lange sind solche Systeme bekannt und im Einsatz um persönlichen Besitz wie Auto, Motorrad oder andere bewegliche Dinge zu sichern bzw deren aktuelle Position zu ermitteln. Was ganz klar eine Sache des Eigentümers ist, ob er diesen Schutz so braucht. Aber wenn es um Menschen geht, die man pauschal unter den Verdacht stellt gegen Werte/Normen/Rechtsvorstellungen des zahlenden Kunden zu verstossen, ist so etwas wünschenswert oder einfach nur ziemlich krank?

 

Anlass zu diesem Blogbeitrag gab der Artikel von quartz.com

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