Ein harter Brocken

Bei bestem Wetter im Dezember 2016 zog es uns auf den Brocken zum 4.Brockenfrühstuck. Für mich stand fest, auch dieses Jahr geht es wieder in den Harz. So kam der Tag, an dem das Listing zum 5. Brockenfrühstück aufploppte und ich meinen ganzen Mut zusammen nahm und palk zwang anstichelte, mitzukommen. Naja, der wollte sofort nicht so recht, aber mit einer anständigen Flasche Mate und ein wenig Überredungskunst meinerseits, lenkte er ein und es stand fest, Brocken 2017 – wir kommen!

Kurzer Hand wurde in unserem Cottbuser Chat die Anfrage gestartet, wer alles mit kommt. Rasch fand sich eine Handvoll Cacher um Dumper164, Mickeymaus1980, Wanderer1957 und 2 Muggel, die gemeinsam den Brocken bezwingen wollten. Dieses Jahr mit Übernachtung im Hotel etwas entspannter, um früh ausgeruht den Weg anzutreten.

Eine Woche vorher war dann grobe Panik in den Sozi Netzwerken betreffend der Witterung im Harz / auf dem Brocken. Schlagzeilen wie “Räumdienste geben auf“ – “Oberharz geht der Sprit aus” geisterten durch die Medien und schafften hier im Flachland so einiges an Verunsicherung. Den Gründel kurz angeschrieben und nett nachgefragt wie kritisch die Lage denn wirklich sei, um das Event zu besuchen und ob es stattfindet. Die Brockenbahn fuhr zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr. Seitens Markus Gründel gab es aber Entwarnung, in der Cachefrequenz noch einmal ausführlich zum nachhören. Wir konnten beruhigt in Richtung Harz durchstarten.

Gesagt, getan ging es mit gepackten Taschen nach Schierke. Dort angekommen waren schon so einiger Geocacher in Sicht. Im Hotel “Waldschlösschen“ wurden wir herzlich begrüßt und den Zimmer zugewiesen. Das gebuchte Frühstück wurde problemlos in Lunchpakete verwandelt und uns stand nichts im Wege, früh morgens zu starten. Hier lernten wir auch gleich einen der Macher des Podcastes “Cachefrequenz” und dessen Frau kennen. Wir verbrachten einen geselligen Abend im Ort in einem Restaurant und ließen danach das ganze im Hotel bei Mate, Eierlikör, Rum und Cola ausklingen.

Ausgeschlafen und pünktlich trafen wir uns in der Lobby vom Hotel. Es kann losgehen – der Berg ruft. Thermoklamotten, Mützen und Lampen waren jetzt Pflicht. Los ging es in Richtung alte Bobbahn den Berg hinauf. Ein PistenBulli glättete uns den gesamten Weg nach oben. Das war wohl eine Fehlanzeige. Nach 1000 m und ca. 50 Höhenmeter war Schluss mit lustig. Nur noch einen Trampelpfad (Schneeschieberbreit) gab es bis zur nächsten Schutzhütte. Hier bekamen wir den ganzen Zorn des Brocken zu spüren: Kommt rauf, aber ich mache es euch nicht leicht. An der Schutzhütte angekommen, gab es die erste große Pause mit Brötchen und Wasser zur Stärkung für den nächsten Abschnitt bis zur festen Brockenstraße. Hier trafen wir dann auf hunderte Gleichgesinnte. Der Weg war frei, gut beräumt und dennoch Kräfte zehrend. Der Himmel zog sich zu und es wurde langsam etwas ungemütlich – Nebel mit  Sichtweite bis zum Vordermann, eisige Temperaturen und ein leichter Eiswind. Oben angekommen war die Sicht sozusagen gleich Null. Erstmal zum Aufwärmen zum Brockenwirt. Die Idee hatten so einige Cacher; um nicht zu sagen, hier wurde man überrannt, aber es war eng. Sprichwörtlich ist Platz in der kleinsten Hütte. Zum Aufwärmen benötige ich keine 8 m² für mich allein. Kurz mit einigen anderen Cachern geschwatzt, um dann aufgewärmt wieder draußen das Gelände des Brocken unsicher zu machen. Es war Mega im wahrsten Sinne des Wortes – Mega anstrengend – Mega verschneit – Mega genial. Es gibt Stimmen, es wäre nicht Mega tauglich. Dem kann ich nicht zustimmen, ich fand es Mega tauglich, denn es war ja auch mein erstes Mega. Und ich bin froh, dass wir uns wieder auf den Weg gemacht haben. Ich habe viele neue und alte bekannte Gesichter gesehen, geschwatzt, gelacht und geflucht. Entschädigt wurden wir von einem weißen Wintermärchen. Wir kommen wieder, der harte Brocken kriegt uns nicht klein.

Urbivan, aus Peitz

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